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Stadt & Land

Die Lebenswelten sind sehr unterschiedlich. Doch die Menschen sind, sowohl in den Städten, als auch auf dem Land zum Glück nicht sehr homogen. So ist die individuelle Vielfalt, die einem auf dem Land und in der Stadt begegnet überwältigend. Es dürfte schwer fallen (oder unmöglich sein) zu entscheiden, ob jemand auf dem Land oder in der Stadt wohnt.


Und doch hört man immer wieder:

  • ... ach die vom Land
  • ... die Städterer da aus ihren Hochhäusern

Gerade jedoch bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie auch der Entwicklung nachhaltiger Wirtschafts- und Lebensformen, ist die Kommunikation, das Verständnis für einander, von essentieller Bedeutung.

Tatsächlich sind Gewichtungen verschiedener Aspekte, in Bezug auf eine nachhaltige Entwicklung unserer Gesellschaft, sehr unterschiedlich zwischen Stadt- und Landbevölkerung verteilt.

Zum einen wohnt die Mehrzahl der Bevölkerung in städtischem Umfeld. In der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt sind sogar nur 1,3 Prozent (1950 waren es noch ca. 22,1%)


So haben wir also die Situation, dass:

  • 70 % der Verbraucher von Nahrungsmitteln leben in einem städtischen Umfeld (Städte und Straßen bedecken 14,4 % Deutschlands)
  • 1,3 % der Berufstätigen sind dafür zuständig, in der Land- und Forstwirtschaft, 81,7 % der Fläche Deutschlands zu bewirtschaften

Dies bedeutet für beide Bevölkerungsgruppen, dass ihnen bestimmte Verantwortungen bewusst sein sollten:

  • mit meinem Konsumverhalten von Nahrungsmitteln steuere ich, welche Produkte es sich lohnt, produziert zu werden!
  • mit meinem Freizeitverhalten beeinflusse ich meine Umwelt
  • als Produzent von Nahrungsmitteln für sehr viele Personen habe ich eine Sorgfaltspflicht für die Gesundheit der Anbaugebiete, wie auch meiner Kunden
  • ...

(es sind nur ganz wenige Beispiele exemplarisch genannt)


Diese Struktur ist in Deutschland vorhanden! Und sie schafft Bedingungen, welche wir wahrnehmen müssen, wenn wir unsere Gesellschaft in eine Nachhaltigkeit unserer Lebensweise überführen wollen. Gerade bei der Arbeit im Natur- und Umweltschutz ist dies immer wieder spürbar und behindern die Effizienz unserer Arbeit.

Vorhanden ist diese Struktur jedoch bekannter weise nur, da jede Gruppe sich in ihrer Lebenswelt gut, in der der anderen Gruppe weniger gut auskennt. So ist es hier wichtig, sowohl die Bevölkerungsgruppen im Tun zusammenzubringen, als auch durch Wissensförderung diese Strukturen aufzuweichen.


Die Projekte von Arteninseln e.V. sind solcherart angelegt, dass Klassen, Jugendliche ebenso wie Betriebe aus städtischen und ländlichen Regionen gemeinsam aktiv werden. So heißt es für Schüler aus der Stadt auch, Arteninsel in eine Agrarlandschaft zu integrieren oder für Schüler ländlicher Regionen, eine Arteninsel in das Umfeld eines Stadtvirtels mit den Bedürfnissen der Menschen, der Betriebe und des Einzelhandels einzufügen.

Das Anlegen und Betreuen von Arteninseln beinhaltet für die Akteure stets ein sich aktiv mit dem sozialen, ökologischen und ökonomischen Umfeld dieser Insel auseinanderzusetzen. Sowohl im Vorfeld bei der Planung, als auch bei der nachfolgenden Betreuung!