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Läwenzahn

Der Löwenzahn gilt als "nicht gefährdet"

Die Geschichte vom Löwenzahn

Es waren einmal zwei Löwenzahnsamen.
Die wurden vom Wind in einen Hof geweht, wo es nur Asphalt gab. Hier war keine Wiese, es gab keine
Büsche, hier war nur Stein.
Der eine der beiden Samen sagte: „Hier kann nichts wachsen“, und starb.
Der andere Samen aber meinte: „Es muss einen Sinn haben, dass es mich hierher geweht hat. Ich werde
alles versuchen, um zu einem kräftigen Löwenzahn heranzuwachsen.“
Er ließ sich an den Rand der Mauer wehen, die den Hof umgab. Hier fand er etwas Erde, die ebenfalls
dorthin gepustet worden war – gerade genug, um Wurzeln zu schlagen.
Nach einigen Wochen war aus dem Samen eine kleine Pflanze geworden. Keck leuchtete die gelbe Blüte
aus dem Grau hervor. Plötzlich hörte der Löwenzahn ein Klingeln und danach Kinderstimmen. Der
traurige Hof war ein Schulhof und die Kinder waren in den Ferien gewesen. Nun kamen sie aus dem
Gebäude, um ihre Pause hier zu verbringen.
Da erblickte ein Mädchen den Löwenzahn und rief die anderen Kinder herbei. Und alle freuten sich über
die Blume, die so unverhofft auf ihrem Schulhof wuchs.

Aus: Tania Konnerth (Hg.): Aus der Schatzkiste des Lebens. Geschichten, die ein Lächeln schenken.
Freiburg im Breisgau 2012. S. 40.